Übungsgruppe 9 - Imagination
aus einer höheren Ebene, der Gedankenstille
Gedankenstille - im magischen Sinne
angewandt (siehe Thema
"Gedankenstille") - ist eine
Tätigkeit des kosmisch-geistigen Körpers, während die
Imagination mit den Kräften der Emotion (Empfindungs- oder
Astralkörper) arbeitet. Im Zustande der Gedankenstille erzeugte
Bilder strahlen also aus einer höheren auf eine niedrigere Welt
und erzwingen in oft erstaunlicher Weise die Realisierung der
Zielvorstellung.
1. Übungsphase
Wir stellen uns in der Mitte unseres Körpers - etwa in
Brusthöhe - einen Würfel vor, der hell nach außen zur
Brusthöhle ausstrahlt. Die Vorderwand des Würfels lässt sich
öffnen. Im Innern herrscht völlige Dunkelheit.
2.
Übungsphase
Wir konzentrieren uns auf einen Punkt, gehen mit unserem
Bewusstsein durch die geöffnete Vorderwand des Würfels und
schließen hinter uns die Tür.
3.
Übungsphase
Wir verharren in völliger Dunkelheit, bei völliger
Gedankenstille (-starre) eingeschlossen von den Wänden des
Würfels und erwarten die Erscheinungen, die uns früher oder
später begegnen werden.
Diese Form der Gedankenstille ist äußerst wirkungsvoll und
bringt den Strebenden rasch in Kontakt mit den verborgenen
Kräften seines Wesens, die bereit sind, ihm Fragen zu
beantworten und Wirkungen hervorzurufen, welche wir nur
immer wollen. Magische Arbeit in dieser Stille ist äußerst
wirkungsvoll.
Auf mögliche Gefahren brauchen wir den mündigen Magier nicht
hinzuweisen.
Übungsgruppe 10 -
Aufbau
einer ganzheitlichen Imagination unter Beteiligung aller Sinne
Auf jede Übung dieser Gruppe muss
soviel Zeit und Kraft aufgewendet werden, bis sie zweifelsfrei
gelingt. Wir üben in liegender Haltung, in tiefstmöglicher
Versenkung.
1. Imagination
des Geruchs
Wir stellen uns vor, am Strand zu liegen und die salzige
Frische des Meeres zu riechen. Wer noch nie an der See war,
der behelfe sich damit, dass er mit Salz getränktes Wasser
einige Male vor seiner Nase zerstäubt.
Die Vorstellung darf nicht auf andere Sinnesorgane
ausgedehnt werden, sie ist auf den Geruchssinn beschränkt.
2.
Imagination von Gefühl und Geruch
Wir dehnen in der Versenkung unsere Wahrnehmungsfähigkeit
auch auf das Gefühl aus. Wir fühlen nun den weichen, warmen
Sand des Strandes, auf dem wir liegen. Wir spüren die milde
Luft, die Wärme der Sonne, den Wind, der vom Meer kommt.
Wir verbinden die Impressionen des Geruchs mit den
Wahrnehmungen des Gefühls zu einem einheitlichen Bild.
3.
Imagination von Gehör, Gefühl und Geruch
Wir nehmen nun den Gehörsinn zu Hilfe. Wir hören das
Rauschen der Brandung, das Brausen des Windes.
4.
Imagination von Geschmack, Gehör, Gefühl und Geruch
Nun spüren wir - zusätzlich zu den Wahrnehmungen der anderen
Sinnesorgane, mit Ausnahme des Auges - den Salzgeschmack des
Meerwassers auf der Zunge.
5.
Imagination von optischer Wahrnehmung, Geschmack, Gehör, Gefühl
und Geruch
Zuletzt "öffnen" wir unsere Augen imaginativ und nehmen
ganzheitlich und mit allen Sinnen die Szenerie an der Küste
wahr.
Wenn
das Übungsziel zweifelsfrei erreicht ist, kann auch in sitzender
Haltung geübt werden, schließlich mit offenen Augen vor dem
Spiegel, in weiterer Steigerung der Schwierigkeiten im Raum hin-
und herwandernd.
Besonders reizvoll ist der Ablauf der Übung in umgekehrter
Reihenfolge, also zuerst eine ganzheitliche Wahrnehmung, dann
den sukzessiven Ausschluss der Sinne.
Wenn die Übung gelingt, sollte die Umgebung gewechselt, evt. ein
Gebirgspanorama ausgewählt werden. Der Phantasie und dem
Forscherdrang des angehenden Magiers sollten hierbei keinerlei
Grenzen auferlegt werden.
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