1. Stufe:
Betrachtung und geistige Nachschöpfung einer brennenden
Kerze.
Wir sitzen in absolut entspanntem Zustand vor einer
brennenden Kerze. Die Umgebung sei abgedunkelt (am besten
nachts üben), keine Störungsquellen, kein Zeitdruck! Leichte
Räucherungen können die Herbeiführung eines Trance-Zustandes
begünstigen.
Wir sollten uns daran gewöhnen, nach und nach die Bewegung
der Augenlider (Schließreflex) während der Betrachtung der
Kerze abzustellen. Die Entfernung von der Kerze sei zwei bis
drei Meter.
Wir beginnen mit einer Übungsdauer von fünf und steigern sie
auf zehn Minuten. Es sollte uns gelingen, zehn Minuten und
ohne Bewegung gelassen in die Flamme zu schauen.
Wir schließen nun die Augen und versuchen, das Bild der
Kerze vor dem Augenhintergrund zu reproduzieren. Zunächst
ist uns dabei der Reflex der Originalflamme behilflich.
Schwindet der Reflex, müssen wir an seine Stelle das
geistige Abbild setzen und zwar ebenso genau, wie nach dem
Schließen der Augen der Reflex vor uns.
Unsere Fähigkeit, ein originalgetreues Abbild zu erzeugen,
wächst mit jeder Übung. Wir werden feststellen, dass die
Fähigkeit der Reproduktion stärker wird, je mehr wir während
der Übung in eine Art Halbschlaf-Zustand gelangen.
Nach einigen Wochen muss es uns möglich sein, das Abbild
auch ohne Vorlage vor unserem geistigen Auge entstehen zu
lassen. Notfalls müssen wir viele Wochen üben.
2.
Stufe: Rein imaginative
Erzeugung der brennenden Kerze.
Liegende Haltung,
Bewusstseinsstufe IV. Nach
Eintritt in die völlige Entspannung, Wahrnehmung von Schwere
und Wärme, Körpernichtgefühl, erschaffen wir das Abbild vor
unserem geistigen Auge so deutlich wie möglich.
3. Stufe:
Verbindung des Vorbildes mit dem Abbild.
Wir sitzen entspannt der nicht angezündeten Kerze
gegenüber. Wir rufen bei nun geschlossenen Augen das Abbild
einer brennenden Kerze hervor und verstärken das
vorgestellte Bild soweit als möglich. Nun entzünden wir die
Kerze und betrachten sie in der gewohnten Weise. Wir rufen
bei geschlossenen Augen den Reflex der brennenden Kerze
hervor und lassen sie - wie in Stufe 1 - in eine rein
imaginative Nachbildung übergehen.
Wir verschmelzen nun geistig bei geschlossenen Augen die vor
uns stehende materielle Kerze mit dem deutlichen Abbild in
uns. Nicht das äußere Bild soll mit dem inneren
verschmelzen, sondern - umgekehrt - das innere sich dem
äußeren nähern. Diese Stufe üben wir, bis sich das sichere
Gefühl des Gelingens eingestellt hat. Erst dann darf zur
vierten Stufe gewechselt werden.
4. Stufe:
Imaginative Einflussnahme auf die materielle Kerzenflamme.
Wir sitzen der brennenden
Kerze gegenüber und gehen in eine Versenkung, die uns die
Umgebung völlig vergessen macht. In diesem Universum scheint
es nur noch uns und die brennende Kerze zu geben, die wir
mit offenen und völlig unbeweglichen Augen betrachten.
Wir erzeugen nun an derselben Stelle, an der die materielle
Kerze steht, auch ihr Abbild, nehmen also eine Verschmelzung
vor.
Wir bemühen uns nun, durch das Abbild auf das Vorbild in der
Weise zu wirken, dass die ausgestrahlten Od-Kräfte
physikalische Wirkungen hervorrufen, zum Beispiel die
zuckende Flamme des Originals zum Stillstand zwingen.
Wir wirken durch die Kraft unserer plastischen Vorstellung,
die bereits als geschehen betrachtet, was wir erstreben, auf
die brennende Kerze ein.
Durch fortgesetzte, immer
intensiver werdende Übungen mit immer stärkerer
Konzentration, stärkerer Vorstellungskraft, stärkerem
Willen, der völlig gelassen bleibt und seines Zieles sicher
ist, verstärken wir die eingesetzte Od-Kraft, dass sie die
materielle Flamme umklammert und erstickt. Mit jedem Mal
gelingt uns diese Übung besser.
In dieser Übung, die in ihrem
grundsätzlichen Aufbau seit Jahrtausenden zu den Exerzitien
der Geheimschulen aller Völker und magischen Kulte gehört,
erkannten wir, dass wir mittels der Vorstellungskraft nicht
nur Dinge schaffen können, die nicht vorhanden sind, sondern
dass wir auch Einfluss nehmen können auf vorhandene irdische
Dinge.