Mantram, Ekstase, Samadhi
Mantren
sind "heilige Worte" und dürfen im Gegensatz zu den Worten, die
der Monotonie dienen, niemals unbewusst-gleichgültig
ausgesprochen werden, sondern bewusst im Sinne des gesprochenen
Wortes oder Satzes unter Beteiligung aller Gefühle und
Emotionen, derart, dass sie der gesamte Organismus in allen
Teilen aufnimmt und verarbeitet.
Mantren werden im Körper belebt. Dadurch ist es möglich, jedes
Wunschziel durch Worte oder Sätze im Körper zu beleben. Wir
warnen ausdrücklich und wiederholt vor Zielsetzungen aus
niederen Motiven heraus.
Ein Mantram kann auch spezifische
Kräfte in uns wecken, zusätzliche Fähigkeiten erzeugen, Fehler
und Schwächen tilgen, Hilfe bringen, wo sie benötigt wird oder
erforderlichen Rat verschaffen.
Das Beleben eines Mantrams kann
Monate oder Jahre in Anspruch nehmen. Die lang dauernde
Übungsreihe erfordert Geduld und Langmut und wird vorzugsweise
im Zusammenhang mit einem aufgestellten
Lebensplan ins Auge gefasst.
Wir dürfen dabei keinen Übungstag aussetzen.
Mantram-Übung
Als Übungsmantram wählen wir
"Friede allen Wesen", denn unser Wunschziel entspricht den
Erfordernissen dieser Zeit ganz besonders.
-
Zu
Beginn sprechen wir das Mantram in die Füße. Wir bemühen uns
um ein Gefühl der Abgezogenheit von dieser Welt und erfühlen
den vollen Sinngehalt des Wortes. Der Friede muss in uns
förmlich entstehen und in alle Welt strahlen, aber zuvor
muss er in uns, von den Füßen beginnend, erzeugt werden.
-
Nach einigen Tagen nehmen wir die Knöchel dazu und beleben
auch hier das Mantram, ohne zu vergessen, die Füße
mitschwingen zu lassen. Nach und nach wird jeder Körperteil
- mit Ausnahme des Kopfes - dazu genommen. Der ganze Körper
schwingt mit dem Mantram "Friede allen Wesen".
-
Haben wir nach einigen Monaten den ganzen Körper belebt,
beginnen wir mit der Haut eine neue Übungsreihe, ebenfalls
in Etappen vorwärts schreitend. Nach und nach fügen wir alle
Organe hinzu, die Blutgefäße, Nerven, Knochen, Sehnen,
Muskeln, das Herz (Brustmitte).
-
Nach dem materiellen Körper beleben wir erneut die beiden
Nervensysteme, wobei wir uns besonders auf Rückenmark und
Sonnengeflecht (Solarplexus) konzentrieren.
-
Dann gehen wir zu den uns bekannten Chakren über, um danach
den Od-Körper und den Astralleib (Empfindungskörper) zu
beleben. Zum Schluss fassen wir alle Teile des irdischen
Körpers und der Seele zusammen und lassen sie schwingen in
der Zielvorstellung "Friede allen Wesen".
-
Zunächst üben wir nur abends, vor dem Einschlafen, wenn
möglich eine Stunde lang. Nach einigen Wochen nehmen wir
wenigstens eine halbe Morgenstunde hinzu. Später dehnen wir
die Übungen aus auf die Mittagsstunde, ersatzweise
nachmittags. Bei jedem Spaziergang, bei Wanderungen, bei
Erholungspausen kann das Mantram belebt werden. Bei jeder
Alltagstätigkeit lassen wir das Mantram als Unterakkord
mitschwingen. Je ununterbrochener das Wort in uns klingt,
desto schneller erfolgt eine Wirkung.
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Einsamkeit, Fasten, Läuterung, Reinheit, Ausstrahlen von
Liebe und Güte fördern die Übung bedeutend. Erst wenn jede
Zelle des Gesamtorganismus von Körper, Geist und Seele von
der Schwingung des Mantrams erfasst wurde, werden höhere
Kräfte mobilisiert, die für die Erfüllung Sorge tragen.
Mantram Exerzitien können leicht
zu einem ekstatischem Zustand führen.
Ekstase wird hier verstanden als Befreiung des Geistes vom
Körper. In der
Ekstase
verbindet sich der befreite Geist mit der geistigen Ebene, der
er sich angleicht, die er sich ersehnt.
Greift die Ekstase spontan nach höheren Kraftquellen, um sie
sich zu erschließen, so nähert sich der Strebende im
Samadhi der höchsten
Entwicklungsstufe. Im Samadhi muss die Seele den höchsten
geistigen Ebenen entsprechen, will sie nicht zerbrechen. Erst im
Samadhi hat der Geist die völlige Freiheit gefunden, ist
Herrscher über alle Kräfte. Diese letzte und höchste Stufe
magischer Entwicklung wird in Kapitel 12 behandelt.
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